in der Stadt Melle

Schlagwort: Osnabrücker Land

Zwei Autoren aus Melle wirkten mit am Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023

50. Band der Schriftenreihe im Heimathaus „Hollager Hof“ offiziell vorgestellt – Gaststätten, Brauereien, Saalbetriebe als Schwerpunktthema

WALLENHORST/MELLE. Während einer Feierstunde im Heimathaus „Hollager Hof“ in Hollage haben der Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (HBOL) und der Kreisheimatbund Bersenbrück e.V. (KHBB) jetzt das Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023 offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Besondere an dieser neuen Publikation ist: Es handelt sich hierbei um den 50. Band der Schriftenreihe, den die beiden Heimatbünde seit der Premiere im Jahre 1973 herausgegeben haben.

VorstellungSind sichtlich zufrieden mit dem Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023: (von links) Jürgen-Eberhard Niewedde, Uwe Plaß, Jürgen Krämer und Franz Buitmann. Foto: Peter Schatte Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023

Das rund 350 Seiten umfassende Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023, so Jahrbuch-Redakteur Johannes Brand in seiner Einführung, widmet sich schwerpunktmäßig dem Themenkomplex von Gaststätten, Brauereien, Saalbetrieben etc. Gerade im ländlichen Bereich hat die Gastronomie einen tiefgreifenden Wandel erfahren. Die kleine Kneipe oder der Dorfkrug sind größtenteils verschwunden. Einst gab es sie in den kleinsten Dörfern. Sie waren ein Spiegelbild ihres Ortes. Hier spielten sich Geselligkeit und gesellschaftliches Leben auf dem Lande ab. Viele schöne Erinnerungen verbinden die Menschen mit den alten Gasthäusern und ihren teilweise legendären Inhabern. Dieser großen Bedeutung der Gastronomie tragen die Beiträge zum diesjährigen Schwerpunktthema Rechnung. Sie spannen einen weiten Bogen von der Archäologie bis zur Gegenwart, vom Wirtshaus bis zum Kurhaus, von Quakenbrück bis nach Melle.

Die Vielfalt des Osnabrücker Landes kommt aber auch in den weiteren Themenfeldern zum Vorschein, die in der neuesten Ausgabe des Heimatjahrbuchs behandelt werden: Geschichte, Persönlichkeiten, Erinnerungen, Archäologie, Kunst- und Denkmalpflege, Natur und Umwelt und Plattdeutsch. An diesem breitgefächerten Themenspektrum wird deutlich: Die Region hat viel zu bieten.

Wie gewohnt schließt auch dieser Band mit einem Bericht über die Arbeit der beiden Heimatbünde sowie mit einem Verzeichnis der neu erschienenen regionalen Literatur ab.

Das Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2023, das im Medienpark in Ankum hergestellt wurde, ist ab sofort im Fachhandel zu einem Preis von 14,90 Euro pro Exemplar erhältlich. Außerdem kann es über die Geschäftsstelle des Heimatbundes Osnabrücker Land e.V., Klosterpforte, Königstraße 1, 49124 Georgsmarienhütte-Kloster Oesede, Internet www.hbol.de, sowie über die Bücherstube des Kreisheimatbundes Bersenbrück e.V., Altes Rathaus, Hasestraße 5, 49593 Bersenbrück, Internet www.khb-bsb.de, bezogen werden.

Das erste Exemplar für die Landrätin

Anna Kebschull nahm das Heimatjahrbuch 2022 vor dem Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück entgegen


Präsentation des Heimatjahrbuches 2022 vor dem Kreishaus in Osnabrück mit (von links) Burkhard Fromme (Leiter des Kulturbüros beim Landkreis), Ulrich Wienke (HBOL), Uwe Plaß (Redaktionsteam), Jürgen-Eberhard Niewedde (HBOL), Manfred Kalmlage (KHBB), Landrätin Anna Kebschull, Dr. Rainer Drewes (Redaktionsteam), Jürgen Krämer (HBOL), Johannes Brand (Redaktionsteam) und Franz Buitmann (KHBB). Foto: Hermann Pentermann

Die kommunale Gebietsreform in Niedersachsen, die im Jahre 1972 zur Bildung des Großkreises Osnabrück führte, bildet das Schwerpunktthema des Heimatjahrbuchs Osnabrücker Land 2022. Anlass genug für die Vorstände des Heimatbundes Osnabrücker Land e.V. (HBOL) und des Kreisheimatbundes Bersenbrück e.V. (KHBB), zusammen mit Mitgliedern der Jahrbuch-Redaktion das symbolische erste Exemplar des Sammelbandes vor dem Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück an Landrätin Anna Kebschull zu überreichen.

Seit 1965 beherrschte das Thema „Gebiets- und Verwaltungsreform“ die kommunalpolitische Diskussion in Niedersachsen. Für die Älteren unter den Bürgerinnen und Bürgern des Osnabrücker Landes sind die damaligen Auseinandersetzungen noch lebendig, so als wäre es erst kürzlich gewesen. Und doch ist schon ein „goldenes“ Jubiläum zu feiern.

Mit dem Kernstück der Reform, dem Osnabrück-Gesetz von 1972, fanden die Diskussionen und Auseinandersetzungen vor nunmehr 50 Jahren weitgehend ihr Ende. Dieses Jubiläum ist der Anlass für das Schwerpunktthema im neuen Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2022, für dessen Redaktion Johannes Brand, Dr. Rainer Drewes, Uwe Plaß und Tim Wagemester verantwortlich zeichnen. In drei Grundsatzbeiträgen werden die Gebietsreform allgemein, die Bildung des Großkreises Osnabrück und die Gemeindebildungen im Osnabrücker Land dargestellt. Am Beispiel der drei Kommunen Georgsmarienhütte, Belm und Melle wird aufgezeigt, wie unterschiedlich von Ort zu Ort die Probleme waren und die Diskussion ablief. Eher randliche Themen, aber besonders interessant, sind die Ausgliederung von Vörden in den Kreis Vechta oder das Bemühen der Gemeinde Büscherheide, nach Nordrhein-Westfalen umgegliedert zu werden.

Der weitere Inhalt des Buches lässt sich hier nur ansatzweise skizzieren. Die geschichtlichen Themen reichen von der Stiftungsurkunde des Klosters Börstel aus dem Jahr 1250 über die Kirchspiele im Osnabrücker Land zur Schwedenzeit im Dreißigjährigen Krieg, die Einstellung der Osnabrücker zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis hin zur Friedensbewegung in Georgsmarienhütte Anfang der 1980er-Jahre.

Es werden Persönlichkeiten vorgestellt wie der Markkötter, Untervogt und Auktionator Schopmeyer aus Hagen, Adam Löhr aus Wersche, der vor dem Ersten Weltkrieg seinen Militärdienst bei den Ulanen ableistete und anschließend Oberweichenwärter bei der Bahn wurde, oder die Familie Zinn, die seit 100 Jahren ein dörfliches Kaufhaus in Berge betreibt. Bisher war man der Meinung, dass der berühmte Kinderbuchautor James Krüss trotz eines Volksschullehrerstudiums niemals in der Schule unterrichtet habe. Nun wissen wir, dass er tatsächlich einige Monate im Jahr 1946 als Lehrer tätig war, und zwar in Bramsche. Die Vielfalt der Themen im Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2022 ist so bunt wie das Osnabrücker Land selbst. Und bunt ist das Buch auch durch die annähernd 200 Abbildungen.

Als besondere kleine Kostbarkeiten sind in das Buch neben den gewohnten plattdeutschen Texten auch drei hochdeutsche Gedichte eingestreut: Jürgen Schwarz und Wilfried Pabst haben sich Gedanken zum spirituellen Leben im Kloster „Börstel heute“ gemacht, Jürgen Schwarz hat darüber hinaus ein Sonett geschrieben, zu dem er durch ein Bild von einer sterbenden Birke auf einem riesigen Parkplatz inspiriert wurde, und von James Krüss gibt es ein bisher unveröffentlichtes Gedicht, in dem er von einem Fahrradausflug von Bramsche zum Hof Niewedde-Fisse in Kalkriese erzählt. Das Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land 2022 enthält etwa 50 Beiträge auf 352 Seiten und kostet wieder 14,90 Euro. Es ist erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Heimatbund Osnabrücker Land e.V., Klosterpforte, Königstraße 1, 49124 Georgsmarienhütte-Kloster Oesede, E-Mail info@hbol.de, Telefon 05401/849266, Internet www.hbol.de, sowie beim Kreisheimatbund Bersenbrück, „Altes Rathaus“ – Bücherstube, Hasestraße 5, 49593 Bersenbrück, Internet www.khb-bsb.de

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