in der Stadt Melle

Schlagwort: Heimat

Ein Leuchtturmprojekt für mehr Artenvielfalt

Heimatverein Melle e.V. besichtigt das SON-Artenschutzhaus in Melle-Mitte

 

MELLE. Mitten in Melle steht ein bundesweit nahezu einzigartiges Bildungs- und Demonstrationszentrum für den praktischen Artenschutz: das SON-Artenschutzhaus. Die Einrichtung der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) zeigt eindrucksvoll, wie sich Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür fördern lässt – an Gebäuden, in Gärten und im öffentlichen Raum. In diesen Tagen verschafften sich Mitglieder des Heimatvereins Melle e.V. im Rahmen einer von SON-Mitarbeiterin Ann-Kathrin Tobien geleiteten Führung einen Eindruck von der Einrichtung, die weit und breit ihresgleichen sucht.

Auftakt der Führung durch das SON-Artenschutzhaus in Melle-Mitte für Mitglieder des Heimatvereins Melle e.V. Foto: Jürgen Krämer

Das im Sommer 2020 fertiggestellte Gebäude an der Mühlenstraße wurde konsequent nach ökologischen Gesichtspunkten errichtet. Auf rund 80 Quadratmetern und zweieinhalb Geschossen präsentiert das Artenschutzhaus eine Vielzahl praxisbewährter Maßnahmen, die Bauherren, Architekten, Handwerker, Kommunen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger unmittelbar umsetzen können. Dazu gehören integrierte Nistmöglichkeiten für Vögel, Quartiere für Fledermäuse, Nisthilfen für Wildbienen sowie Beispiele für naturnahe Freiflächengestaltung.

Das Konzept folgt dem Grundsatz „Aus der Praxis für die Praxis“. Zahlreiche Anschauungsmodelle in Originalgröße verdeutlichen, wie Artenschutz bereits bei Neubauten oder Sanierungen berücksichtigt werden kann. Von Dach- und Fassadenlösungen bis hin zu Schornsteinen und Kellerräumen erhalten Besucher konkrete Anregungen für die Förderung heimischer Tierarten.

Auch das Außengelände dient als lebendiges Lernfeld. Themenbeete, Trockenstrukturen, Tümpel, Futterstellen und spezielle Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten machen die Zusammenhänge zwischen Lebensraumangebot und Artenvielfalt unmittelbar erlebbar. Besucher können zahlreiche Tierarten beobachten und erfahren, welche Bedeutung selbst kleine Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität haben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Umweltbildung. Schulklassen nutzen das Artenschutzhaus als außerschulischen Lernort, bauen im hauseigenen Werkraum Nisthilfen und setzen sich praxisnah mit den Lebensbedingungen heimischer Tiere auseinander. Bereits mehrere tausend Schülerinnen und Schüler aus der Region haben im Rahmen verschiedener Projekte Erfahrungen im aktiven Artenschutz gesammelt.

Darüber hinaus bietet die SON Führungen, Vorträge, Workshops und Beratungen an. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Menschen dazu zu motivieren, selbst aktiv zu werden. Denn viele Maßnahmen lassen sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen und können einen wichtigen Beitrag gegen den Rückgang von Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten leisten.

Das SON-Artenschutzhaus ist damit weit mehr als eine Ausstellung. Es versteht sich als Impulsgeber für einen alltagstauglichen Naturschutz und zeigt, dass Artenschutz nicht nur in Schutzgebieten stattfindet, sondern direkt im Lebensumfeld der Menschen beginnt.

Kontakt:
Stiftung für Ornithologie und Naturschutz
Mühlenstraße 48
49324 Melle
Telefon 05422/9289328
E-Mail kontakt@son-net.de

Entdeckungsreise in die Stadtgeschichte

Uwe Plaß und Jürgen Krämer vom Heimatverein übergaben das erste Exemplar des Kalenders „Historische Ansichten aus Melle“ an Bürgermeisterin Jutta Dettmann

Unter dem Leitgedanken „Historische Ansichten aus Melle – Ein Bildkalender für das Jahr 2025“ hat der Heimatverein Melle e.V. in Zusammenarbeit mit der Kalendermanufaktur in Verden an der Aller einen weiteren Jahresweiser herausgebracht. Das erste druckfrische Exemplar überreichten der Vereinsvorsitzende Uwe Plaß und dessen Stellvertreter Jürgen Krämer jetzt an Bürgermeisterin Jutta Dettmann – und zwar vor der Kulisse, die das Kalenderblatt für den Monat April ziert: Die sogenannte „Beinker“-Kreuzung am Markt in einer Ansicht aus dem Jahre 1970.

Offizielle Präsentation des Kalenders „Historische Ansichten aus Melle – Ein Bildkalender für das Jahr 2025“ mit (von links) Uwe Plaß, Jutta Dettmann und Jürgen Krämer. Foto: Niels Wagner

Nachdem die bisherigen sechs Ausgaben der Kalenderreihe „Historische Ansichten aus Melle“ für die Jahre 2019, 2020, 2021, 2022, 2023 und 2024 in der Bevölkerung auf ein lebhaftes Interesse gestoßen waren, hatte der Vorstand des Heimatvereins bereits im Frühjahr beschlossen, auch für das Jahr 2025 einen Begleiter durch das Jahr herauszubringen und darin schöne Fotos aus längst vergangenen Zeiten mit den jeweiligen Monatsübersichten zu kombinieren. Um für den Kalender geeignete Motive auszuwählen, begab sich Uwe Plaß im Stadtarchiv am Wallgarten auf Spurensuche und stellte dabei insgesamt 13 Aufnahmen aus den 1950er und aus den 1960er Jahren sowie ein weiteres Foto aus dem Jahre 1970 zusammen.

Der neue Bildkalender punktet mit folgenden interessanten Motiven: Titelseite: Melle – eine deutsche Kleinstadt.

  1. Januar: Die Haferstraße mit der Bäckerei Wilhelm Unnerstall um 1960.
  2. Februar: Demonstration auf dem Meller Marktplatz im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1972. Die Demonstranten fordern die Einheit des Grönegaus in einer Stadt Melle.
  3. März: Steg im Grönenbergpark um 1960.
  4. April: Die Kreuzung am Markt im Jahre 1970. Ein Jahr zuvor war dort Melles erste Verkehrsampel errichtet worden. Links die Bäckerei Beinker, rechts das Bauunternehmen Bücker.
  5. Mai: Der Grönenbergpark mit der Landesturnschule (Haus Braunschweig) im Jahre 1970. Der Fachwerkbau stand früher auf der Hofstelle Borgmeyer in Sondermühlen und wurde in den Jahren 1954 und 1955 hier wiederaufgebaut.
  6. Juni: Die Gesmolder Straße in Richtung Innenstadt um 1960.
  7. Juli: Das alte Meller Wellenfreibad (um 1969), welches bis zur Einweihung des Wellenfreibades im Jahre 1974 in Betrieb war.
  8. August: Heuernte (1950-er Jahre). Im Hintergrund die Türme von St. Matthäus und St. Petri. In der linken Bildhälfte der Schornstein der Firma Hotho, der im Jahre 1958 gesprengt wurde.
  9. September: Blüten- und Trachtenfest im Grönenbergpark in den 1960-er Jahren.
  10. Oktober: Pavillon im Kurpark. Im Hintergrund die Terrasse des Kurhotels „Grönenberger Hof“ in den 1960-er Jahren.
  11. November: Das Modegeschäft Wichmann an der Plettenberger Straße mit Weihnachtsbeleuchtung um 1960.
  12. Dezember: Das von Franz Szalinski geschaffene Ehrenmal im Grönenbergpark im Winter 1956/1957).

Der im DIN A-3-Format erschienen Bildkalender ist im Fachgeschäft Sutmöller „Bücher & mehr“ an der Plettenberger Straße 1 – 3 in Melle-Mitte erhältlich. Er kostet 22,80 Euro.

Entstanden ist der neue Begleiter durch das Jahr in Zusammenarbeit mit der Kalender-Manufaktur in Verden an der Aller, die Bildkalender, Vereinskalender und Firmenkalender herstellt. Den größten Teil machen die Ortskalender mit überwiegend historischen Bildern oder alten Postkartenmotiven aus. Unter dem Dach der Manufaktur entstehen Jahr für Jahr rund 280 solcher Ortskalender. Die Gestaltung erfolgt stets in enger Abstimmung mit den Ansprechpartnern in den jeweiligen Orten.

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