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Frühjahrsputz im Grönegau-Museum

Mitglieder des Heimatvereins Melle bereiteten Gebäudeensemble für den Saisonauftakt am 7. und 8. Mai 2022 vor

MELLE. Fünf Dinge braucht der Mann, um einen Frühjahrsputz gelingen zu lassen: Besen, Handfeger, Kehrblech, Staubtuch und einen Hochleistungsstaubsauger nahmen an diesem Wochenende Franz Hippe, Christian Hoffmeister, Jürgen Krämer, Udo Oberschmidt, Günther Plaß, Uwe Plaß und Werner Pottebaum vom Heimatverein Melle zur Hand, um die Innenräume des Grönegau-Museums im Grönenbergpark in Melle-Mitte zum bevorstehenden Saisonauftakt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Gemeinsamer Arbeitseinsatz: Zum Frühjahrsputz im Grönegau-Museum trafen sich jetzt (von links) Uwe Plaß, Christian Hoffmeister, Udo Oberschmidt, Günther Plaß, Werner Pottebaum, Franz Hippe und Jürgen Krämer. Foto: Gabriele Niehaus

Am Ende der Aktion stand ein im besten Wortsinn ein besenreines Gebäudeensemble, das am Wochenende, 7. und 8. Mai, nach den dunklen Wintermonaten erstmalig wieder seine Tore öffnet. Die vier Ausstellungsgebäude, bestehend aus Speicher, Kotten, Backhaus und Remise, stammen aus den Jahren 1572, 1655, 1771 und 1997 und stellen Anziehungspunkte im weitläufigen Park dar, der zudem Teiche, ein Damwild-Gehege, eine Minigolfanlage und einen Kinderspielplatz umfasst.

Das Hauptziel des Grönegau-Museums besteht in der Bewahrung und Dokumentation der Geschichte des Altkreises Melle – insbesondere im Hinblick auf seine bäuerliche und handwerkliche Tradition. Entsprechend vielfältig fallen die Exponate aus, die in den Häusern ansprechend präsentiert werden.

Das erste Museumsgebäude, der Kornspeicher, konnte am 13. September 1960 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bei diesem Fachwerkhaus handelt es sich um einen mehrstöckigen Speicher mit reichgeschnitzten Knaggen und Inschriftbalken aus dem Jahre 1771. Dieses Gebäude stand früher auf dem Hofe des Bauern Bartelsmann in Schlochtern bei Wellingholzhausen. In drei Etagen des Speichers sind aus den Gemeinden des Altkreises Melle stammende alte, schöne bäuerliche, bürgerliche und handwerkliche Gegenstände, Zinn, Porzellan, Glas, Möbel, wertvolles Material der Vorgeschichte, Wirtschaftsgeschichte, politische Geschichte, Urkunden, Bilder etc. ausgestellt.

Im Jahre 1979 stellte der Landkreis Osnabrück dem Heimatverein ein weiteres Gebäude, den sogenannt „Kotten“, für Museumszwecke zur Verfügung. Dieses Gebäude stammt aus dem Jahre 1655 und stand früher auf dem Hofe des Bauern Fritz Hoffmeister in Neuenkirchen und hatte dort lange Zeit als Heuerlingshaus gedient. Am 16. Mai 1979 konnte auch dieses Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Kotten beinhaltet insbesondere alte Geräte, bäuerliche und handwerkliche Gebrauchsgegenstände und Arbeitsgeräte, die durch Fortschritt der Technik entbehrlich geworden waren. Im Erdgeschoss befinden sich eine komplett eingerichtete Schmiede sowie eine Schlosser-, Holzschuhmacher- und Schuhmacherwerkstatt. Ein besonderer Blickfang im Dielenraum ist die zur Flachsverarbeitung benötigte Bockemühle, während im Dachgeschoss die Flachsverarbeitung und Leinenherstellung dargestellt wird – beispielsweise unter Präsentation voll funktionstüchtiger Webstühle.

Das Backhaus, das ebenfalls zum Museumsensemble gehört, wurde bereits anno 1572 errichtet. Es befand sich ursprünglich im Kreis Gütersloh, ehe es im Jahre 1988 abgetragen und im Grönenbergpark wiedererrichtet wurde. Das Haus hat der Heimatverein zurzeit an die Goldschmiedin Birgit von Lindern verpachtet. Im wiederhergestellten Backofen können bei Bedarf Brot und Kuchen gebacken werden.

Im Jahre 1997 erhielt das Grönegau-Museum schließlich die Remise, die seinerzeit im Fachwerkstil neu gebaut wurde. In diesem Gebäude ist eine Tischlerwerkstatt untergebracht, die durch Geräte der forstlichen Waldarbeit ergänzt wird. Darüber hinaus sind dort einige Geräte der bäuerlichen Garten- und Hauswirtschaft zu sehen.

Das Grönegau-Museum ist in diesem Jahr vom zweiten Wochenende im Mai bis Mitte Oktober samstags und sonntags jeweils in der Zeit von 15.30 bis 17.30 Uhr geöffnet – und zwar bei freiem Eintritt. Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Weitere Informationen sind unter der Telefonnummer 0172-8606237 oder hier erhältlich

Das Grönegau-Museum bequem von zu Hause aus besuchen

Heimatverein Melle e.V. präsentiert virtuellen Rundgang durch die wichtigsten Ausstellungsräume des Kottens und des Speichers

Das Grönegau-Museum in Melle-Mitte ganz bequem von zu Hause aus besuchen – diese  Möglichkeit bietet ab sofort ein virtueller Rundgang, den Christian Budde im Auftrag des  Heimatvereins Melle e.V. realisierte. Unter dem Link https://heimatverein-melle.de/virtuellerrundgang-im-gronegau-museum macht dieses innovative Angebot die wichtigsten  Ausstellungsräume des Kottens und des Speichers einer breiten Öffentlichkeit zugänglich –  mit einem kurzen Abstecher in das Backhaus inklusive, in dem sich seit etlichen Jahren die  „Traumschmiede“ befindet.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Digitalisierung in allen  Lebensfeldern voranzutreiben. Im Museumsbereich gibt es noch viel Potential, wie unser neues  Angebot beispielhaft zeigt. Der virtuelle Rundgang ist eine gute und barrierearme Ergänzung des  Präsenzangebots vor Ort, denn er öffnet das Museum für alle Bürgerinnen und Bürger“, erklären  die Vorstandsmitglieder Heinz Garlich, Jürgen Krämer und Uwe Plaß, die das Vorhaben initiierten  und mit Christan Budde von der Budde 3D+Filmproduktion mit Sitz in Lohne einen kompetenten  Partner fanden.

Virtual Reality lautet das Zauberwort, mit dem der virtuelle Rundgang überschrieben ist“, erläutert Budde. Sie stehe für ein innovatives Erlebnis, das ungewohnte Nähe und maximale  Empathie erzeuge. Rund zwei Stunden lang fing der Profi mit seiner hochmodernen 360-Grad-Kamera Impressionen aus den Museumsgebäuden ein. Und war dabei herauskam, das kann sich im besten Wortsinn „sehen lassen“.


Mit einer Kamera, die sechs hochauflösende Objektive besitzt, erfasst Christian Budde auf dem Dachboden des Kottens ein 360-Grad-Panoramabild. Foto: Foto: Jürgen Krämer

Zur Verfahrensweise erklärt Christian Budde: „Mit sechs hochauflösenden Objektiven in einer  Kamera wird ein 360-Grad-Panoramabild erfasst – und diese sechs Einzelbilder werden in der  Nachbearbeitung zu einem Bild zusammengefügt.“ Das fertige Bild, so der Profi weiter, könne  dann am Computer, auf dem Handy oder auch mit der VR-Brille betrachtet werden.

„Besonders bei der Betrachtung mit der VR-Brille kann der Zuschauer immer wieder in die  Vergangenheit reisen. Somit ist diese Darstellung hervorragend als digitales Archiv geeignet“,  sagte Cristian Budde abschließend.

Da das Ensemble des Grönegau-Museums im Grönenbergpark befindet, bot es sich geradezu an, auch diverse Außenaufnahmen anzufertigen. Als besonders spektakulär erweisen sich dabei  Einspielungen aus der Luft, die Christian Budde bereits im Jahre 2019 unter Einsatz einer Video-Drohne aufnahm.

So freuen sich Heinz Garlich, Jürgen Krämer und Uwe Plaß darüber, dass mit dem neuen Projekt  nicht nur eine zukunftsgewandte Imagewerbung für das Grönegau-Museum betrieben wird: „Die  Betrachterinnen und Betrachter gewinnen zudem einen Eindruck davon, wie schön und attraktiv  sich der Grönenbergpark von höherer Warte aus präsentiert – dank wunderbarer Luftbilder, die  Christian Budde mit einer Drohne aufnahm.“

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