in der Stadt Melle

Autor: Heinz (Seite 1 von 5)

Die Sage von der Martmühle

Da, wo die Warmenau sich bei Hoyel in einem anmutigen Tal über das Wehr der Martmühle ergießt, machten vor nunmehr 300 Jahren sieben Räuber ihre Rechnung ohne eine einfache Magd. Lassen Sie sich von dieser Sage faszinieren.

Heimatverein Melle e V - Die Sage von der Martmühle

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Die Sage von der Martmühle

Da, wo die Warmenau sich bei Hoyel in einem anmutigen Tal über das Wehr der Martmühle ergießt, machten vor nunmehr 300 Jahren sieben Räuber ihre Rechnung ohne eine einfache Magd.

Die Zeitumstände brachten es mit sich, dass der Martmüller sich mit seinen Gesellen auf den Weg begab, um ein Fuder Korn nach auswärts zu verkaufen. Die Magd musste nun allein das Feuer und den Frieden des Hauses hüten.

Scharf schnitt der Ostwind an diesem kurzen Wintertage, als Lena bei einbrechender Dunkelheit alle Türen der einsamen Mühle verriegelte. Sie dachte: „Die Männer werde ich vor morgen früh kaum mehr zurückerwarten können, sonst wären sie schon wieder zu Hause.“ Die Unruhe ihres Herzens lenkte sie ab, indem sie tapfer mit den gewohnten Abendwerken begann und sie ohne Unterbrechung, wenn auch hastiger als sonst, zu Ende führte.

Von ihrer Suppe genoss sie an diesem Abend nur wenige Löffel, und auch das Nähzeug wollte ihr kein rechtes Vergnügen bereiten. Als sie vom Stundenschlag der alten Uhr zur Nachtruhe gemahnt wurde, gewahrte sie erschrocken, dass ihr noch eine Kuh zu melken blieb, die tags zuvor gekalbt hatte. Mit dem Eimer trat sie aus der niedrigen Stube auf die Diele, ergriff die flackernd brennende Öllampe und wendete sich mit scharrendem Gang dem Stalle zu. Was da? Von draußen wurden Stimmen vernehmbar, und vorsichtige Handgriffe machten sich an der kleinen Hintertür zu schaffen. Sie löschte mit einem Griff in die Flamme das Licht. Gespannt hörte sie es bedeutsam weiterknarren und knistern und hätte vor Angst sterben mögen.

An der kleinen Klappe in der hinteren Wand des Kuhstalls hörte sie es deutlich flüstern: „Dat Maged is ollein in; Kopp doraff, dann sitt et us nich mäh in’n Weärge.“ Der Magd wich das Blut aus den Wangen. Wer konnte sie retten? In ihrer Not griff sie die AXt aus dem Hauklotz, sprang in den Stall und wartete seitwärts hinter der Klappe. Das Herz schlug ihr bis zum Halse hinauf, doch die Hände am Stiel zitterten nicht mehr.

Da brach die Tür auf; ein Bein stieg ein, ein Kopf beugte sich vor, und die Axt schlug in den Nacken des ersten Räubers. „Wu geht di dat?“ erscholl es von draußen. „Nütte gout“, antwortete die unerschrockene Magd. Der nächste folgte und noch weitere fünfmal schlug die Axt zu in dieser furchtbaren Nacht hier in der Mordmühle, die heute den Namen Martmühle trägt.

Nach Maßmann

Die Burg zu Holte und der Demanttisch

Der Graf von Holte war ein gefürchteter Wegelagerer, der auch öfters Einfälle in das Stift Osnabrück machte. Da verband sich der Bischof Philipp von Osnabrück mit dem Grafen Otto von Ravensburg, um dem Raubritter das Handwerk zu legen. Sie belagerten die Holter Burg, aber diese trotzte allen Angriffen: sie stand sicher auf hoher Bergesspitze. Dreifache Gräben umzogen sie: woran sich senkrechte Felsenwände und künstliche Mauern lehnten und eine unersteigliche Wehr bildeten.

Sieben Jahre hatte die Belagerung schon gedauert, und die Verbündeten ließen alle Hoffnung fahren, die Burg jemals einzunehmen. Da kam eines Tages eine Frau ins Lager und bot Butter zum Verkauf an. Sie forderte aber einen so hohen Preis, dass man sie ihr nicht abkaufte. Da sagte die Frau, sie wolle ihre Ware schon los werden, und ging nach der Burg zu. Dies fiel den Belagerern auf, man folgte ihr heimlich und sah sie durch eine versteckte Tür in einem Felsengang verschwinden, der zur Burg hinaufführte. Eiligst rotteten sich nun die Tapfersten zusammen und stiegen durch den verborgenen Gang in den inneren Burghof. Ehe sich der Graf versah, war er von Feinden umgeben. Er setzte sich zur Wehr, musste aber seinen Widerstand doch aufgeben.

Er raffte alle seine Schätze zusammen, warf sie in den tiefen Burgbrunnen und rief: „Dies für den Teufel!“ damit sie den Feinden nicht in die Hände fallen sollten. Es befand sich auch ein überaus kostbarer Tisch darunter, dessen Platte aus einem einzigen Demant bestand. Die Burg wurde zerstört und der Brunnen verschüttet.

Jahre schwanden dahin. Die Stelle, wo früher die Burg gestanden, lag jetzt öde und verlassen; aber die Sage von den verborgenen Schätzen pflanzte sich von Geschlecht zu Geschlecht fort, und mancher Versuch wurde gemacht, sie zu heben. Doch vergebens, der Teufel hütete vorsichtig das ihm geweihte Gut.

Da entdeckte eine weise Frau den Spruch, mit dem man den Bösen bannen und die Schätze heben konnte. Sie gewann mehrere Männer für ihren Plan und versprach ihnen einen großen Anteil an dem Schatze. Nach mancherlei Vorbereitungen begaben sie sich in einer dunklen Nacht auf den Burgplatz. Dort befahl die weise Frau den Männern auf das strengste, während der ganzen Zeit kein Wort zu reden, sonst würde das Unternehmen misslingen. An langen Seilen ließen sie nun eiserne Haken in den Brunnen hinab, Diese klammerten sich bald an einem Kasten fest. Langsam und vorsichtig zogen die Männer an, und höher und höher hob sich der Schatz. Zitternd und bebend vor Spannung und Aufregung stand jeder mit geschlossenem Munde da, kein Laut war vernehmbar. Schon berührte der Kasten die Brustwehr des Brunnens, schon streckten sich die Hände aus, um ihn zu fassen – da sprang plötzlich der Deckel des Kastens auf, und ein strahlender Glanz blendete den Umstehenden die Augen. Sie hatten wahrhaftig die Demantplatte des Tisches gesehen. Vor Staunen rief einer der Männer: „Jesus, Maria!“ In demselben Augenblick stürzte der Schatz mit Donnergepolter in die Tiefe zurück. Die weise Frau lag erschlagen am Boden, und mit ihr ging der geheimnisvolle Spruch für immer verloren.

Nach Wrasmann

Der tolle Herr

 Auf dem Schlosse Gesmold wohnte vor langen Zeiten ein Herr, der auch in seiner besten Haut nicht taugte. Keinem Menschen gab er ein gutes Wort. Wer ihm entgegenkam, erhielt Schläge mit der Hundepeitsche. Wie ein schwarzes Gewitter guckte er drein und verzog keine Miene zum Lachen. Die Kinder hatten vor ihm Angst. Wenn sie nicht stille sein wollten, rief die Großmutter: „Der tolle Herr kommt!“ Gleich flohen sie in die Ecke und rührten sich nicht.

Der tolle Herr fuhr zu jeder Zeit mit vier schwarzen Hengsten ins Land. Wenn er die Zügel in die Faust nahm, schrie er: „In drei Teufels Namen!“ Der Bauer auf dem Felde und der Bote auf der Straße segneten sich, wenn er vorbeisauste.

Einmal war in Gesmold ein großer Brand. Der Wind drehte sich und trieb die Funken über alle Häuser rund um die Femlinde. Auch die alte Kirche stand in großer Gefahr. Die Flammen schlugen über das Dach, und feurige Zungen beleckten den Turm. An Löschen dachte niemand. Jeder hatte genug an seiner eigenen Not. Da donnerte es vom Schlosse her über die Brücke. Mit seinen vier schwarzen Hengsten kam der tolle Herr und jagte über die Mauer, die rund um den Kirchhof lief. Er stand in seinem Wagen; das schwarze Haar wehte ihm um die Stirn, und die grimmigen Augen glühten. Er rief: „Lasst alles in drei Teufels Namen brennen! Bewacht nur den Tempel hier!“ Mit einem Schlage erlosch das Feuer, als wenn man ein Licht auspustet. – Die Leute wussten nun aber, mit wem es der tolle Herr zu tun hatte, und sie liefen ihm nun erst recht aus dem Wege.

Auf dem Schlosse ging es seit der Zeit her wie in einem Hexenkeller. Am Tage herrschte Totenstille, nachts aber waren alle Fenster erleuchtet. Baßgeige, Violine und Trommel musizierten. Hinter den Fenstern tanzten dunkle Schatten, doch wusste niemand, was für Leute es waren und woher sie kamen. Die Eulen hockten auf der Schlossmauer und lauschten. Wenn sie aber schauerlich jaulten, sagten die Leute: „Nun wird wieder einer lebendig eingemauert. Man erzählte sich, in der hohen Schlossmauer säßen die Leichen Reihe an Reihe, die armen Menschen müssten darin verhungern.

An einem grauen Herbsttag  jagte der tolle Herr vom Schloss aus über Oldendorf in die Berge. Wo er gewesen ist, weiß man nicht. Es war spät in der Nacht, als er zurückkam. Vor der Wullbergsheide sagte er zu seinem Kutscher: „Steig ab!“ Der gab ihm die Zügel, und als er absprang, fiel er mit dem Gesicht in den Moorgraben. Er rieb sich die Augen und sah das Gefährt quer durchs Bruch sausen. Drei Irrlichter tanzten voran.

Der tolle Herr stand aufrecht in seinem Wagen und lachte so schauerlich, dass es dem Kutscher kalt über den Rücken lief. „In drei Teufels Namen“, hörte er ihn fluchen. Die vier Hengste sprangen hoch, und dann war es auf einmal totenstill. In demselben Augenblick schlug auf dem Schlosse die Uhr zwölf. Die Irrlichter verglühten im ,,Bucksdiek“. Dort war der tolle Herr mit seinen schwarzen Hengsten zugrunde gegangen.

Wenn aber die rauhen Nächte sind, wenn der Sturm in den Eichenwipfeln heult und der Kauz im Wullberg schreit, dann steigt das Gespann aus dem „Bucksdiek“. Die Hengste schütteln sich das Wasser aus den schwarzen Mähnen, der tolle Herr knallt mit einer glühenden Peitsche und ruft: „In des Teufels Namen!“ Dann geht es im Geistergalopp oben über die Mauern des Gesmolder Kirchhofs und hinein ins Schloss. Einer, der es mit eigenen Augen ansah, ist davon wahnsinnig geworden.

Nach Schulhof

Der Unglücksring von Overkamp

In Küingdorf stand einst die stolze Wasserburg Overkamp, von deren Größe heute nur noch einige Gräben und Mauerreste zeugen. Vor Jahrhunderten lebte auf dieser Burg die Witwe des Ritters von Beesten. Sie besaß einen kostbaren Siegelring, den sie ständig am Finger trug, weil er jedermann gefiel. Die alte Amme, von der sie aufgezogen worden war, hatte ihr von dem Ring mit dem Wappen ihres Geschlechtes erzählt, dass er seinem Besitzer nicht immer Glück, sondern manchmal auch Unglück gebracht habe.


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Der Unglücksring von Overkamp

In Küingdorf stand einst die stolze Wasserburg Overkamp, von deren Größe heute nur noch einige Gräben und Mauerreste zeugen. Vor Jahrhunderten lebte auf dieser Burg die Witwe des Ritters von Beesten. Sie besaß einen kostbaren Siegelring, den sie ständig am Finger trug, weil er jedermann gefiel. Die alte Amme, von der sie aufgezogen worden war, hatte ihr von dem Ring mit dem Wappen ihres Geschlechtes erzählt, dass er seinem Besitzer nicht immer Glück, sondern manchmal auch Unglück gebracht habe. Zum Unglück sei er ihren Vorfahren geworden, wenn einer von ihnen sein Herz gar zu sehr an den Ring und andere irdische Güter gehängt habe. Die junge Frau, die leichten Sinnes war, hatte darüber gelacht. Ihr erschien das Leben glücklich, das sie mit ihrem Mann, dem wilden Ritter von Beesten geführt hatte. Und als er beim Würfelspiel, das sie ebenso liebte wie er selbst, tot umsank, ließ sie sich das nicht zur Warnung dienen. Sobald die Trauerzeit um war, fuhr sie wieder zu Fest und Spiel von Burg zu Burg. Und der Spielteufel bekam sie so in seine Gewalt, dass sie Hab und Gut zu verspielen begann. Ihr treuer Verwalter, ein Sohn der alten Amme, sah es mit großer Sorge. Schließlich nahm er sich das Herz und stellte ihr in ehrerbietigen Worten vor, dass sie sich und ihre kleine Tochter um Haus und Hof bringe, wenn sie ihr Leben nicht ändere.

“Es liegt nicht daran, dass ich mich des Lebens freue“, sagte die Rittersfrau und zog den Wappenring vom Finger. „Mir ist klar geworden, dass der Ring meinem Glück entgegensteht. Er hat mir den Mann genommen und bringt mir auch im Spiel Unglück. Aber so wahr es ist, dass ich ihn nie wiedersehen werde, so wahr wird mir jetzt das Glück treu sein.“ Damit trat sie an das Fenster und warf den Ring in das tiefe Wasser des Schlossgrabens.

Der Verwalter war darüber tief erschrocken. Es schien aber, als solle die Frau mit ihrer Voraussage Recht behalten: denn während der nächsten Wochen verlor sie nicht im Spiel. Und die Frau dachte kaum noch an den Ring auf dem morastigen Grunde des Schlossgrabens. An einem Freitag während der Fasten wurde in der Küche ein Karpfen zugerichtet, den der Verwalter gefangen hatte. Im Schlund des Fisches fand die Magd den Siegelring. Der Verwalter, der neben ihr stand, brachte ihn sogleich zu der Rittersfrau.

„Ihr wolltet ihn niemals wiedersehen, Herrin“, sagte er. „Doch der Fisch, den ich für Euch fing, brachte ihn in die Burg zurück. Und ich will ein ehrlicher Mann bleiben. Deshalb muss ich Euch den Ring zurückgeben. Aber ich bitte Euch nochmals: Lasst ab vom Spiel!“

Die Frau nahm den Ring in die Hand und betrachtete ihn lange, bevor sie sagte: „Er soll mir aus den Augen! Wenn er nicht im Burggraben bleiben will, dann setze ich ihn heute abend im Spiel und will ihn verlieren.“

Vergeblich beschwor der Verwalter seine Herrin, nicht mit dem Schicksal zu spielen. In der Nacht verlor die Rittersfrau nicht nur den Wappenring, sondern auch allen Besitz ihres Geschlechtes.

Die Burg erhielt einen neuen Besitzer, der sein eigenes Schloss auf Brinke besaß und die Burg Overkamp verfallen ließ. Die leichtsinnige Witwe des wilden Ritters von Beesten aber lebte noch viele Jahre als arme Frau in einem Kotten auf dem Hofe des Bauern Harre.

W. Fredemnnn.

Die Sage von der Auburg

In der Bauernschaft Peingdorf liegen zwischen der Hase- und der Aubrücke nahe der Straße von Wellingholzhausen nach Borgloh die Ruinen der Auburg. Diese lassen erahnen, welchen bedeutenden Umfang diese Wasserburg vormals gehabt hat. Die Geschichte weiß wenig von ihr zu erzählen; die Sage berichtet über sie in den lebhaftesten Farben.

Heimatverein Melle e V Die Sage von der Auburg

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Rosemanns Klause

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Rosemann´sche Hof in Kerßenbrock mehrfach zerstört, ausgeraubt und dem Erdboden gleich gemacht. Die Sage erzählt, wie es zu der Klause gekommen ist.

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